Kalter Fisch, heiß genossen

Es gab ein bisschen was zu feiern: Das Zweitkind hatte seine Thesis mit Bravour gemeistert, einen guten Job bekommen und die Probezeit überstanden. Also hatte ich die beiden Hauptverantwortlichen für diesen Erfolg, die frischgebackene Marketing Managerin und ihre Mama, in Personalunion auch noch meine Liebste, zu einem netten Dinner in die hessische Hauptstadt eingeladen. Ein ganz besonderes Lokal wollte ausprobiert werden. Es gab aber eine Hürde: Was tun, wenn mann gerne Sushi ist, die Liebste aber nicht? Ganz einfach: In’s Okinii gehen! Ich hatte die Wiesbadener Filiale dieser Mini-Sushikette aus zwei Gründen ausgewählt: Zum einen lockte mich alten Nerd die innovative Bestellmöglichkeit per iPad, zum anderen die Auswahl an japanischen Gerichten. Denn es gibt hier mehr als die üblichen kalten Reisrollen mit rohen Fisch. Das mag die Liebste nämlich nicht so sehr. Im Okinii hatte sie die Gelegenheit, auch andere Speisen zu probieren.

Blöderweiise hatten wir uns den gefühlt heißesten Tag dieses Sommers ausgesucht. Es war ziemlich voll und die Klimaanalage (falls überhaupt vorhanden) hatte den Geist aufgegeben. Das war dann aber auch der einzige Wermutstropfen an diesem Abend. Ansonsten war alles stimmig: Freundliche Begrüßung und Platzanweisung, überhaupt sehr aufmerksamer, freundlicher, flotter Service! Die Einrichtung ein gelungener Mix aus modernem Japanstil und altem Wiesbadener Stuck. Schön aufgeteilt, die Sitzgruppen genügend separiert vom Nachbartisch und mit sehr bequemem Gestühl ausgestattet. Alles ist sehr sauber (sogar die analogen Speisekarten, die es auch noch gibt, werden abgewischt). Und natürlich meine attraktive Begleitung nicht zu vergessen, deren Augen schon erwartungsfroh glänzten. Oder war das die Hitze? Oder gar ihr Gegenüber?

Eine kurze, aber verständliche Einweisung in die Bestellung mit dem iPad ging etwas in der zu lauten Musik unter. Ein Manko, das leider in vielen Restaurants mittlerweile anzutreffen ist. Musik ist ja auch Geschmackssache, aber diese passte auch irgendwie vom Stil nicht hier her.

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Die Bestellung ist einfach: Pro Person können auf dem iPad in einem Bestelldurchgang 5 Gerichte bestellt werden, ganz einfach, indem man auf die abgebildeten Speisen klickt. Die aktuelle Gesamtsumme der Bestellung wird angezeigt, man kann natürlich korrigieren, und nach dem Abschicken wird die Zeit bis zum nächsten möglichen Bestelldurchgang angezeigt. Man kann jederzeit in der Bestellhistorie nachschauen, was man bestellt hat. Nachteil ist, dass man nicht mehr weiß, wer was bestellt hat, wenn die Speisen kommen. Man muss dann noch mal in der Karte nachschauen. Manche Gerichte kommen auch etwas später, was ebenso das Durcheinander fördert. Bei uns dreien gab es schon Verwirrung, was aber auch wiederum der Unterhaltung förderlich sein kann ;-). 2,5 Stunden lang darf man auf diese Weise bestellen, was mehr als ausreichend ist. Wir hatten mit Mühe drei Durchgänge, sprich 45 Einzelgerichte in 1,5 Stunden. Danach ging beim besten Willen nichts mehr rein. Was schade war, denn die Qualität war ausgezeichnet und die Aromen in einer Fülle, wie ich sie noch in keinem Sushi-Laden genießen durfte.

Danach haben wir noch die Prachtbauten im Wiesbadener alten Villenviertel bestaunt. Vom Auto aus, bei offenem Fenster und laufender Klimaanlage. Irgendwie mussten die frischen Fische, die in uns schwappten ja gekühlt werden.

Ein Gedanke zu “Kalter Fisch, heiß genossen

  1. neee, weißte, Alter: ich hatte so’ne hohe Meinung von Dir, immer am Schaffen und so…
    alles den Bach nab, MannoMann, Vetter!
    Aber anderes: Dein eingelechter Määäinzer – bitte um Nachhilfe! Hab, wie es sich für mich gehört, halt nur Harzer… egal: wieviel Öl, ESSICH!!!?, vor allem der…
    hat’s letzte mal irgendwie die Angelegenheit versau(er)t!
    PM@bekannt…Grüße an Karin!

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